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Problem: Das Denken

aufgegriffen von
Moritz Storch
am 21.05.2014


Darf man über Gefühle schreiben? Darf man über Gefühle wirklich objektiv nachdenken? Macht man sie damit vielleicht kaputt? – selbst den Schrecken darüber?

Objektiv gesprochen ist das nämlich genau unser Ziel. Unsere Geschichte ist ein fortwährendes Zeugnis davon: sie zeigt unseren Fortschritt – Fortschritt: nichts anderes als die Verminderung des menschlichen Schmerzes; oder: die Schonbedürftigkeit der Menschheit.

Der Mensch wird immer gesünder, er lebt immer länger... Er betrachtet den Tod als etwas schlechtes, folglich hält er sich immer seltener an seinen Grenzen auf: er zieht sich zurück. Und da er ihn so hasst, schimpft er über ihn: er denkt objektiv über ihn nach.

Und deshalb leidet er: er denkt sich seine Gefühle tot. Er hat Angst vor ihnen, er versteht sie nicht, und darüber hinaus bereiten sie ihm auch noch Schmerzen. Alles erscheint ihm objektiv so grässlich furchteinflößend und gemein – seine Gedanken scheinen ihm da eine gute Waffe.

Dieser Kampf macht ihn aber immer träger und unbeweglicher: meistens sitzt er nur noch. Selten nur noch erzeugt er Gefühle, viel öfter zerlegt er sie und gibt ihnen Stempel. Er zeigt Tendenzen eines Jägers der des töten Willens jagt und seine Beute dann einfach liegen lässt.

Der Mensch redet gerne über Probleme, und geht sie dabei immer weniger selber an; oder: sein Ernst ist viel leichter anklagend als konstruktiv. Durch die Tötung seiner Gefühle kultiviert er aber ein anderes, ihm so fremdvertrautes, Gefühl: er übt sich im Gebrauch des Hassens – Hassen: ein tot wünschendes Gefühl.

Der Mensch denkt und sein Gedanke erledigt den Rest – und stellt sich ihm dabei quälende Fragen.

letzte Aktivität: 23.08.2017, 14:58

bisher eine Reaktion


Oliver-August Lützenich
am 22.06.2014, 21:23

Darf *ich gemein sein, also ganz allgemein sein, dann darf *ich Dir schreiben, dass Deine Titel / Überschriften / Fragen? fast immer von grosser, fast maximaler Weite sind, fast schon so weit, wie "Mensch" (also das allgemeine Mensch) denkt, dass es (ES / DaSein!) gehen tut. Tut. Der Inhalt dahinter ist jedoch fast so klein / gering, wie das einzelne Mensch im VerGleich mit der Gesamtheit. Verzeih die [All]Gemeinheit.
Vielleicht ist es besser, auch für Dich intern, wenn Du den Inhalt den jeweiligen Titeln annäherst, oder umgekehrt, also die Titel / Überschriften dem Inhalt, dann ist das für die Leses auch nicht mehr so verwirrend; und der Nebeneffekt ist auch noch der, dass das Hass[en] verschwindet, je weniger die Vorstellungen von der Wirklichkeit abweichen? Oder nicht?

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