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Problem: Mein Leben

aufgegriffen von
Moritz Storch
am 06.05.2014

Ich lebe umgeben von einem schleimigen Sumpf voller widerlicher, dickflüssiger, klebriger Faulheit, der mich, sobald ich mich ausruhe, ganz langsam verschluckt und mich immer müder, immer träger, immer unbeweglicher werden lässt, gleichzeitig mich aber Glauben macht, dass es gut so wäre, recht so wäre, dass es mir Spaß machen würde. Der Sumpf der mich umgiebt ist so abscheulich, dass jeder andere in der Natur vorkommende Sumpf eine Oase des Glücks im Vergleich zu ihm ist. Der Sumpf in dem ich lebe ist tot – und er überredet mich zum Tod. Es ist ein Sumpf der so klebrig ist, dass wenn man ihn einmal berührt hat man sich nur durch größte Anstrengung wieder von ihm befreien kann (und weiß Gott, er reicht mir schon bis zu meinen Schultern!). Dieser Sumpf macht mich mein Gewicht fühlen, er drückt mich zu Boden und verwehrt mir zu fliegen, zu schweben, zu springen und auch zu rennen – und leise flüstert er mir ständig ins Ohr: “ruh dich aus, setz dich hin, mach es dir bequem. Du musst dich ausruhen, denn Ruhen ist gut und macht Spaß.”

Mir aber wird schlecht, wenn ich in ihm liege; er würgt mich und nimmt mir meinen Atem. – – Ich will nicht mehr in diesem Sumpf leben, will nicht mehr von ihm in den Boden gezogen werden! Ich will ihn hinter mir lassen, will mich von ihm säubern, will wieder klare, frische Luft atmen! Aber wohin ich mich auch wende, wo ich auch suche, überall sehe ich nur Sumpf und höre nur seine schalen Lobgesänge. Überall wohin ich schaue, sehe ich nur ödes, trostloses Sumpfland: auf Straßen und Plätzen, in Häusern, Schulen und Unternehmen, in Bars und Diskotheken, in den Medien und sogar in der Kunst und der Philosophie – überall ödes, trostloses Sumpfland und seine falschen Lobgesänge.

Also fang ich an zu springen: dem Himmel entgegen – soll mein Schweiß mich doch von seiner schmierigen Dreckschicht reinigen! Oh!, welch Blicke ich nun ernte. Nun schaun mich alle an, die Sumpflandwesen, mit krummen Blicken, mit Hohn in ihren Augen – versucht da doch einer ihrem Paradies zu entfliehen, ja zu entspringen! “Ist er krank?”, fragen sie sich- “Ist er verrückt?”. “Ja, ich bins!”, schrei ich zurück. “Viel zu lange war ich’s, will nun endlich wieder fliegen lernen!”.

letzte Aktivität: 23.08.2017, 14:58

bisher 2 Reaktionen


anne
am 19.05.2014, 11:47

dass ist wirklich eine universelle Problem
die Müdigkeit und Faulheit wegen Mangel an Sinn

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Dipl.Ing.Ing. Bernd Letz
am 11.10.2016, 23:38

Hier geht es um die fehlende Erkenntnis der inneren Harmonie der Masse.

So wie ein Müßiggänger für viele Machende Fleissige benötigt wird, um diese nicht vergessen zu lassen, das es auch noch das was anderes / das Gegenteil von stets nur Arbeiten gibt.

So wird ebenfalls für lauter Faule ein Fleissiger benötigt, um diesen Faulen klar zu machen, es ist ein Ausgleich nötig.

Folgen Sie alle dem Ausgleich, so überleben sie Alle - folgt keiner dem Ausgleich, so verbrennen alle daran, weil das Naturgesetz der Harmonie (Überleben durch Ernährung), diese zerstört (also diese alle verhungern).

Die Frage für Sie lautet daher - kann ich und die Anderen damit Leben, das mein Zustand so ist ?


Danke fürs Lesen und mfG
Dipl.Ing.Ing. Bernd Letz (2016) Fragenforscher, FRAGENSERVICE.

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