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Problem: Wahnsinn konnte als Normalität etabliert werden!

aufgegriffen von
Thomas Ermentrud
am 14.03.2013

Politiker bewerten ihr Tun nicht anhand des gesunden Menschenverstands. Politiker haben einen anderen Maßstab: Andere Politiker!
Das ist der Wettbewerb der Schrotthändler: Wer kann seinen Schrott am besten an den Mann bringen. Die Disziplinen heißen täuschen, andeuten, ankündigen, vertrösten, rummatschen!
Z.B.:
http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/doenchs-finanzen-schaeubles-trickreiche-wahrheiten_aid_893088.html“

letzte Aktivität: 23.06.2017, 09:05

bisher eine Reaktion


Frank Zappa
am 11.02.2014, 11:48

Politikerbashing ist ja immer sehr beliebt - und auch bei mir selbst ab und an ein beliebtes Freizeithobby. Aber ich würde es gerne differenzieren:

Es gibt Menschen in der Politik, die durchaus idealistisch sind - oder zumindest waren. Aber sie werden von äußeren Umständen so weit dazu getrieben, sich anzupassen und einzufügen, dass sie bis zur Unkenntlichkeit entstellt werden. Sie sind Opfer, die man zwingt, Täter zu werden. Sie sind diejenigen, die ein völlig unnatürliches und dem inneren Wesen des Menschen widersprechendem System politischer Organisation am Leben erhalten müssen und das "Volk" (also andere Menschen, die aufgrund eines geographisch vorbestimmten Schicksals eben Angehörige eines bestimmten Staates sind) davon überzeugen müssen, dass die unnatürliche Autorität von Verwaltungsapparaten (dem eigentlich Machtinstrument) das Natürlichste der Welt sei und ihrem eigentlich innewohnenden Wünschen selbst entspräche.

Sie richten ihr Handeln nach der politischen raison - und fallen damit eben auf. Aber wer die Politiker dafür kritisiert, dass sie sich nach den Regeln der Politik richten, der muss auch kritisieren, dass sich Schüler nach den Regeln der Schulen richten, statt ihren Verstand und ihre Emotionen zu gebrauchen. Und Arbeitnehmer nach den Regeln des Arbeitgebers. Und Menschen insgesamt auf teils abstruse zur Konvention gewordene Regeln menschlichen Zusammenseins, die eigentlich mehr der Disziplinierung dienen, statt dem friedlichen und positven und kreativen Miteinander. Und der muss auch sich selbst kritisieren in seiner eigenen Denk- und Lebensweise, in der täglichen Verdrängung seiner persönlichen Überzeugungen und moralischen Wertvorstellungen - wenn man z.B. im Supermarkt marokkanische Tomaten kauft, wissend, was das impliziert. Oder wenn man (möglichst billiges) Fleisch kauft, gleichzeitig aber sich beschwert über grausam geschlachtete Giraffen in Zoos.

Politiker sind Schweine - das stimmt schon oft. Aber sie sind nur ein Abbild unserer selbst und dessen, was die Gesellschaft (und ein Mensch selbst) mit sich machen lässt. Man stelle sich nur mal vor, der beste Freund oder die beste Freundin würde hochrangiger Politiker werden - würde er sich nicht ändern? Würde man ihn überhaupt als Kanzler oder Präsident haben wollen, obwohl er der beste Freund ist? Wonach sucht man seine Freunde aus - und wonach seine politische Führung?!

Und außerdem: es ist immer etwas zu einfach, zu sagen "Die Politiker" - so als gäbe es Menschenkategorien... ok, ich würde mir wahrscheinlich auch keinen Investmentbanker zum Abendessen laden oder einen Waffenhändler oder Jäger oder sonstiges - aber in der Politik sehe ich das schon noch differenzierter und sehe verschiedene Charaktere. Die meisten fallen nur nicht auf. Wie die meisten Menschen - und als menschliche Wesen sind wir alle jeden Tag auch Politiker.

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