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Veranstaltung: Denkerei mobil: Was kann heute sinnvoll kulturelle Identität heißen?

Montag, 11.11.2019, 19:30 Uhr, Berlin, Galerie Verein Berliner Künstler, Schöneberger Ufer 57, 10785 Berlin

Über Subjektstatus der Individuen und Staatsbürgerschaft seit Caesars Zeiten: Regionaler Kulturstaat versus universelle Zivilisation

Zur Reihe „Europa fällt? Europa bleibt!“

Nationalismus als Bedingung für Universalismus

Die Krise der Europäischen Union kann nur behoben werden, wenn man von dem amerikanischen Modell e pluribus unum („Vereinheitlichung der Vielfalt“) übergeht zum Modell „Einheit durch Vielfalt“. Das verlangt nach einer europäischen Identitätspolitik in folgendem Verständnis: Wer für sich oder seine Familie, soziale Gruppe oder Nation Identität als Unterscheidung von anderen Gruppen oder Nationen behauptet, kann das tatsächlich nur durch Bezug auf die Unterschiedenheit der anderen. Identität zu behaupten, heißt also die Anerkennung jener Individuen, Gruppen oder Nationen, von denen man sich unterscheiden will. Die wechselseitige Anerkennung der jeweils Verschiedenen begründet dann deren Einheit durch die Verschiedenheit. Das gilt auch generell: Nationalismus ist die Bedingung des Universalismus. Bisher müssen wir uns mit dem „kleinen“ Universalismus der europäischen Einheit als EU begnügen.

Die Europäische Union wäre also der Zusammenschluss all jener, die sich wechselseitig in ihrer Verschiedenheit zu würdigen wissen. Denn Würde hat nur, wer andere zu würdigen weiß, sagt das deutsche Grundgesetz. An einen Zentralstaat wie Deutschland stellt das höchste Anforderungen, wie etwa polnische, tschechische, slowakische, österreichische, schweizerische, französische, belgische, holländische, britische sowie skandinavische Identitäten zu kennen und dadurch in ihrer Verschiedenheit von der deutschen zu würdigen.

Dazu braucht man viel Verstand und noch mehr historische Kenntnisse. Das war über einen langen Zeitraum den Deutschen nicht abzuverlangen, weswegen sie sich unbilligerweise entschlossen hatten, mit aller Gewalt die Suprematie der deutschen kulturellen Identität über alle anderen europäischen Identitätsansprüche behaupten zu wollen. Aus dem katastrophalen Scheitern der deutschen Suprematie lernten sie, sich in der Würdigung ihrer Nachbarn und deren jeweiligen Identitäten zu üben. Die Europäische Union ist das Übungsfeld für alle Anforderungen an die wechselseitige Anerkennung. Die Übungen werden erleichtert durch Ausgleichszahlungen an die Landwirtschaften, Wissenschaftszentren oder strukturschwache Regionen.

Bazon Brock wird seine Würdigungen der europäischen Identitäten als Beispiele für die Pflicht eines Europäers präsentieren.

Termine:

11.11.2019
Was kann heute sinnvoll kulturelle Identität heißen?

16.12.2019
Einheit durch Verschiedenheit statt Einheit aus Verschiedenheit

13.01.2020
Kunst und Kult – über Kulturkämpfe

10.02.2020
Der Rechtsstaat als Verwirklichung der religiösen Hoffnung
Anleitung zu einem neuen Verständnis der europäischen Aufklärung

9.03.2020
Über die Einheit von Glauben und Wissen
Wissenschaft wird produktiv durch Kritik, Glaube durch Zweifel.

6.04.2020
Der Glanz in den Augen der Lachenden – über kabarettistische Vernunft

Denkerei mobil zu Gast im Arts Club Berlin im Verein Berliner Künstler: www.vbk-art.de

Einlass ab 19 Uhr, Eintritt frei.

Denkerei mobil: Was kann heute sinnvoll kulturelle Identität heißen?
Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin 11.11.2019

Europa fällt? Europa bleibt!

Europa fällt? Europa bleibt! | Gestaltung: QART, Hamburg

Verein Berliner Künstler

Verein Berliner Künstler

Bazon Brock in der Galerie Verein Berliner Künstler

Bazon Brock in der Galerie Verein Berliner Künstler | Berlin, 11.11.2019